Curriculum

Die Selbsterfahrung erfolgt in Kooperation mit dem Ausbildungsinstitut für Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin (AVVM) der Medizinischen Hochschule Hannover.

 

Ziele der Selbsterfahrung
Anders als in vielen anderen Bereichen der Medizin ist der Psychotherapeut als solches eine zentrale Wirkvariable. Daher ist es notwendig, das eigene „Handwerkszeug“, das ich als Therapeut aufgrund meiner Persönlichkeitsstruktur und meiner Biografie mitbringe, gut zu kennen. Nur dann kann ich meine Ressourcen gezielt zum Wohle des Patienten einsetzen und eigene Defizite mindern, die sich z.B. negativ auf meine Beziehungskompetenzen auswirken. Viele Schwierigkeiten im Umgang mit Patienten liegen auch in der eigenen Biografie mit entsprechenden Übertragungen begründet. Damit einher geht auch die unterschiedlich hohe Passung mit bestimmten Störungsbildern und Personengruppen sowie der Ausbildung einer eigenen Therapeutenidentität.

Schwerpunkte der Selbsterfahrung:

  • Biografische Arbeit mit Erarbeitung zentraler Schemata und Grundannahmen, Förderung emotionaler Kompetenz
  • Ressourcenarbeit und Burnoutprophylaxe
  • Entwickeln einer Therapeutenidentität unter Nutzung der eigenen Stärken
  • Kennenlernen von therapeutischen Interventionen „hautnah“
  • Umgang mit schwierigen Therapiesituationen

 

In der Biografiearbeit sollen zentrale Schemata, vor allem aber der Umgang mit Emotionen erarbeitet werden. Es soll bewusst gemacht werden, welche Stärken und Schwächen sich aufgrund der eigenen Biografie im therapeutischen Handeln ergeben. Darüber hinaus soll prozesshaft an eigenen für die Person wichtigen/belastenden Themen gearbeitet werden. Dies soll zum einen die Auflösung von alten Mustern ermöglichen, aber auch die Teilnehmer dafür sensibilisieren, wie es sich anfühlt, in der „Patientenrolle“ zu sein und Veränderungsprozesse aktiv zu gestalten.

Ziel ist neben dem Erkenntnisgewinn für die eigene Person stets auch der Transfer für die therapeutische Tätigkeit, sowohl in der Entwicklung einer verantwortungsvollen Therapeutenrolle als auch im Erwerb von verschiedenen Interventionsinstrumenten, die neben klassischen verhaltenstherapeutischen Techniken auch gerade die der sog. „dritten Welle der VT“ beinhalten, wie Schematherapie, Acceptance und Commitment Therapy.  Bei Interesse der Teilnehmer kann der Methodenpool durch hypnotherapeutische, lösungsorientierte und systemische Ansätze ergänzt werden.

Abschluss
Das Curriculum erfolgt durch erfahrene und ermächtigte Selbsterfahrungsleiter und entspricht den Richtlinien der Musterweiterbildungsordnung der Ärztekammer Niedersachsen. Sie schließt mit einem Zertifikat ab.